Welchen Bezug haben Kinder und Jugendliche zum Stadtraum und öffentlichen Räumen? Welche Wünsche, Visionen und Forderungen haben sie für ihre Stadt? Bei Urbane Künste ERbeLEBEN setzen eingeladene Künstler*innen und Architekt*innen interdisziplinäre Workshops mit Schüler*innen um, bei denen sie gemeinsam künstlerische Beiträge über und für den urbanen Raum entwickeln. Dabei reflektieren sie unter anderem über Stadtgesellschaft, Urbanismus, Kunst, Architektur, Partizipation und Inklusion setzen sich mit den Aspekten der jeweiligen Jahresthemen auseinander. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Jugendlichen den Stadtraum neu zu entdecken, ihn als erweitertes Klassenzimmer zu verstehen und spielerisch in eine Plattform für künstlerische Interventionen zu verwandeln.
Die einzelnen Projekte werden in Zusammenarbeit mit Berliner Schulen im Rahmen des Kunstunterrichts umgesetzt, wobei das Programm auch außerschulische Formate vorsieht. Die Künstler*innen und Architekt*innen arbeiten gemeinsam mit den Schüler*innen in mehrteiligen Workshops. Die Projekte können sich formalisieren als Installationen, Aktionen, Performances, Videos, Soundarbeiten uvm.. Im Zentrum der Projekte steht zudem immer auch ein konkreter Ort in der Stadt, der für die Schüler*innen und/oder das Jahresthema eine besondere Relevanz hat und auf den sich die künstlerische Arbeit bezieht. Die Ergebnisse der Projekte werden jährlich in einer Ausstellung präsentiert.
2025: Die Stadt als Spielplatz, Ausstellung in der Ruine der Klosterruine Berlin
2024: Caring City, Ausstellung im Haus der Statistik2023: MIT, AUS, UM… wie NUTZEN wir die Stadt?, Ausstellung in der galerie weißer elefant (heute Kunst Raum Mitte)
2022: Die solidarische Stadt, Ausstellung in der galerie weißer elefant (heute Kunst Raum Mitte)
2021: [SM]Art Cities, Ausstellung im Haus der Statistik
2020: Urbane Jugend als Impulsgeber*innen für ein nachhaltiges Leben
2019: Die Stadt als (politisches) Gesamtkunstwerk, Ausstellung in der Alten Münze
2018: Europäisches Kulturerbejahr, Ausstellung in der Alten Münze.
Hier erfahrt Ihr mehr über die Künstlerische Leitung, die beteiligten Schulen sowie die Künstler*innen und Architekt*innen im Programm.
Hier könnt Ihr das Dossier zum Projekt herunterladen.
Möchtet ihr mit eurer Schulklasse an Urbane Künste ERbeLEBEN teilnehmen? Schreibt uns: hallo(at)erbeleben.de
Urbane Künste ERbeLEBEN wird koordiniert und künstlerisch geleitet von iCollective e.V.. Das Programm wurde 2018 geneinsam von iCollective und Zuloark konzipiert.
Die Bildungsverbund „Urbane Künste ERbeLEBEN“ wird ermöglicht durch den Fachbereichs Kunst, Kultur und Geschichte, Bezirksamt Mitte von Berlin und wird gefördert über das Programm „Lokale Bildungsverbünde nachhaltig sichern und stärken“ der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.
Die Stadt stellt sich für viele Kinder und Jugendliche als eine feste Struktur dar, die sie nur punktuell beeinflussen können. Wie würde die Stadt aussehen, die maßgeblich von Jugendlichen und Kindern verändert wird? Inwiefern kann ein spielerischer Umgang mit der urbanen Umgebung helfen, neue Ideen für ihre Plätze und ihre Viertel zu entwickeln? Spielen ist eine universelle Sprache, die gerade Kinder und Jugendliche sehr gut beherrschen. Im Spiel interagieren wir miteinander, erforschen die Umgebung und stellen die Welt auf den Kopf. Was das Spielen so einzigartig macht, ist der zweckfreie Charakter – das Spiel ist ein Ziel in sich. Wie sehen darauf aufbauend (spontane) künstlerische Vorschläge aus, die den urbanen Raum als Experimentierfeld betrachten und bei denen Möglichkeitsräume spielerisch ausgelotet werden? Was wäre, wenn unsere Städte dazu einladen würden, das Ludische wiederzuentdecken? Wie würde eine Stadt aussehen, die nicht nur funktional ist, sondern auch Interaktionen fördert, die auf den ersten Blick zweckfrei sind?
In dieser achten Ausgabe von Urbane Künste ERbeLEBEN liegt der Fokus auf dem freien Umgang mit dem öffentlichen Raum. Die “Stadt als Spielplatz” kann sowohl als Einladung für spontane, kurzfristige künstlerische Kommentare zu urbanen Zusammenhängen verstanden werden, als auch für komplexe (utopische) Konzepte für andere Formen von Urbanismus und des Zusammenlebens. Dabei stellt sich die Frage, ob diese experimentellen Ideen auch als Grundlage für tiefgreifendere Überlegungen zur heutigen und zukünftigen Stadt dienen können. Zudem versprechen wir uns einen Austausch über neue Perspektiven unter den teilnehmenden Berliner Schüler*innen und darüber hinaus.
Wie kann eine Stadt dafür sorgen, dass alle Stadtbewohner*innen sich in ihrer Diversität wohl und sicher fühlen? Welche urbanen Infrastrukturen bzw. Vertrauensräume fördern zwischenmenschliche Bindungen und wecken das Gefühl von Geborgenheit? Care (auf Deutsch Sorge, Fürsorge) ist jede auf den Erhalt unseres Lebens ausgerichtete Aktion, damit wir bestmöglich leben können. Die Caring City versteht sich als Netzwerk der gegenseitigen Fürsorge und stellt die Bedürfnisse aller Lebewesen, die den urbanen Raum teilen, in den Mittelpunkt mit dem Ziel, die Lebensqualität im urbanen Kontext zu erhöhen. Dabei sind in einer Caring City die architektonischen Merkmale einer Stadt sowie ihre nachbarschaftliche, fürsorgliche Gemeinschaft gleichgesetzt und reproduktive Tätigkeiten wie Bildung, Erziehung, Pflege, Versorgung, Reinigung, u.v.m. rücken wegen ihrer Relevanz für das soziale Leben in den Vordergrund.
Während Caring City für jede Stadt etwas anders bedeutet und sich dadurch von standartisierten Lösungen entfernt, setzt sie ein Bewusstsein der Bewohner*innen für die eigenen Bedürfnisse sowie die anderer voraus – über kulturelle und generationsbedingte Grenzen hinweg. Urbane Künste ERbeLEBEN lädt Kinder und Jugendliche ein, sich Gedanken über eine gemeinwohlorientierte Stadt zu machen, die zwischenmenschliche Fürsorge fördert. Wie sieht eine Stadt aus, die dafür sorgt, dass Kinder und Jugendliche bestmöglich leben können? Welche Praktiken müssen wir entwickeln, um mit den verschiedenen Interessen der Bewohner*innen empathisch umzugehen?
An diesen Orten sind wir aktiv: Bärenzwinger, Himmelbeet, Ruine der Franziskaner Klosterkirche und ZK/U Zentrum für Kunst und Urbanistik.








Städte sind immer im Wandel, ihre Räume und Nutzungen passen sich an den urbanen Alltag an. Obwohl alle Nutzungsveränderungen den Zeitgeist der Gesellschaft widerspiegeln, dienen sie nicht alle dem allgemeinen Interesse. Was können wir von kulturellen Transformationsorten wie dem Bärenzwinger, der Ruine der Franziskaner Klosterkirche, dem Haus der Statistik oder dem ZK/U Zentrum für Kunst und Urbanistik lernen, die urbane Räume rund um die Themen Stadtgeschichte, Stadtkultur, Gegenwartskunst, Teilhabe und Gemeinwohl öffnen?
In der sechsten Ausgabe lädt Urbane Künste ERbeLEBEN Kinder und Jugendliche ein, sich mit der Verwendbarkeit und Umwandlung bestehender Gebäude und Brachen in Berlin zu beschäftigen. An welcher Infrastruktur mangelt es in Berlin und welche baulichen Umnutzungen können der Gesellschaft zugunsten kommen? Braucht Berlin als Bundeshauptstadt neue, moderne Hochhäuser? Oder ist es progressiver und nachhaltiger, bestehende Gebäude für neue Zwecke zu transformieren? Wer schreibt die Stadt und wie können Umnutzungen auf die Bedürfnisse der Bewohner*innen reagieren?
An diesen Orten waren wir aktiv: Bärenzwinger, Hausburgpark, Haus der Statistik, Köllnischer Park, Organismendemokratier Osloer Straße 107/108, Ruine der Franziskaner Klosterkirche und ZK/U Zentrum für Kunst und Urbanistik.








Dieses Jahr denken wir über materielle und immaterielle Ressourcen nach, die im urbanen Raum zur Verfügung stehen. Was kann unter “Ressourcen” verstanden werden und wie werden sie verteilt? Im Idealfall sollen Wissen, Nahrung, Energie, Wasser, Land, Zeit und/oder Daten so verteilt werden, dass sie dem Gemeinwohl dienen. Was versteht man unter “Gemeinwohl” - wessen Bedürfnisse werden dabei berücksichtigt? Wie beeinflusst der derzeitige Gebrauch von Ressourcen den Zugang für uns junge Menschen und zukünftige Generationen?
Auf der Suche nach konsensorientierten Lösungsvorschlägen sind wir mit den eingeladenen Künstler*innen bzw. Architekt*innen raus aus dem Klassenzimmer der kooperierenden Schulen gegangen, haben Stadträume erkundet und uns von Orten des Gemeinschaftlichen inspirieren lassen.







Wie smart ist unsere Stadt denn eigentlich wirklich? Richtet sich smart auf die gebaute Infrastruktur des öffentlichen Raumes? Oder auf aktive Bewohner*innen, die sich dafür stark machen, lebenswerte Zukunftsszenarien der Stadt für die folgenden Generationen zu ermöglichen? Oder beides? Diese Fragen untersuchten die jungen Stadtmacher*innen während der ganzjährig stattfindenden Edition [SM]Art Cities. Außerdem nahm Er(be)leben in diesem Jahr auch an dem Format Art Cities teil, das Jugendliche als Kunstvermittler*innen im öffentlichen Raum fördert.



In der Edition Er(be)leben 2020 wurde die Umweltproblematik im Hinblick auf den urbanen Raum untersucht. Was ist es uns wert, Stadträume nachhaltiger zu gestalten und sie zu pflegen? Bereits in den letzten zwei Editionen äußerten die Schüler*innen Wünsche und Sorgen für den Erhalt der Natur innerhalb der Stadt. Diese Aufforderungen bleiben nicht im kleinen Kontext von Er(be)leben, sondern sind die Basis einer in den letzten Jahren weltweit entstandenen Jugendbewegung, die unter dem Namen „Fridays for Future“ für einen ökologischen Umgang mit den Ressourcen aufruft. Welche Rolle können die Jugendlichen der Hauptstadt als Impulsgeber*innen für ein nachhaltiges Leben spielen?
Das Aktionsgebiet von Er(be)leben wurde 2020 auf ganz Berlin Mitte erweitert. Aufgrund covid-19 und der Kontakteinschränkung konnte von den vier geplanten Projekten nur eines vollständig stattfinden.






Schwerpunkt der diesjährigen Edition Er(be)lebens war das Bauhaus, das dieses Jahr Jubiläum feierte. Das auf den urbanen Raum interpretierte Konzept demokratischen Charakters des Bauhauses motivierte dazu, den Stadtraum neu zu entdecken. Auf den Spuren der Historie und Perspektive(n) untersuchten die Schüler*innen gemeinsam mit den beteiligten Künstler*innen während regelmäßiger Gruppen-Workshops jeweils drei Orte in Berlin Mitte: das Haus der Statistik, das Alexa am Alexanderplatz und den Holzmarkt am Spreeufer. Diese drei Orte verkörpern verschiedene Abläufe der Stadtentwicklung und hinterfragen, inwiefern die Planungsprozesse demokratisch ablaufen. Dabei haben sich die Jugendlichen den Raum genommen, sich selbst mit in das Geschehen des Ortes einzubringen. Neben der Bedeutung, die diese Orte in ihrem alltäglichen Leben haben, haben sie auch die Nachvollziehbarkeit der Stadtentwicklung thematisiert, um anschließend zu reflektieren, wie sie als junge Erbeträger*innen aktiv an ihr mitwirken können.








Im Rahmen des europäischen Kulturerbejahres 2018 hat sich Er(be)leben 2018 an den Beispielen des Nikolaiviertels, der Franziskaner Klosterruine, des Alexanderplatzes und der Karl-Marx-Allee künstlerisch mit dem Stadtraum auseinandergesetzt und startete damit in die erste Edition. Jedem dieser Orte wurde dabei ein Konzept zugeordnet: das Nikolaiviertel wurde mit Austausch; die Franziskaner Klosterruine mit Innovation; der Alexanderplatz mit Konflikt und die Karl-Marx-Allee mit Mobilität verknüpft. All diese Orte sind Teil des Berliner Kulturerbes. Anhand dieser Themen erforschten die Jugendlichen diese urbanen Räume, kommunizierten ihre Wahrnehmungen über gestalterische Aktivitäten und wurden selbst aktiv. Ihre Wünsche und Vorschläge an die Stadtentwicklung äußerten sie in der “Erklärung der urbanen Rechte junger Menschen”.


